DARMSTADT.   Vielversprechende junge Stimmen erklangen am Sonntag bei einer Chormatinee in der Stadtkirche. Die von Kantor Christian Roß einstudierten Sänger der Jugendkantorei und Kurrende gaben Proben ihres facettenreichen, mithin anspruchsvollen Repertoires zwischen Barock und Pop. Einen Einblick in die ganz normale Probenarbeit wollten die jungen Sänger einmal geben, erklärte Chorleiter Christian Roß eingangs. Kein Themenkonzert also, sondern ein Querschnitt. Dieser zeigte den etwa 100 Zuhörern im gut gefüllten Chorraum , was der Kantor den Kindern und Jugendlichen so alles abverlangt – und wie einfühlsam und klug er deren Begabungen zu fördern weiß.
Denn den Sängern, ab etwa zehn Jahren aufwärts, gelingen an diesem Vormittag die unterschiedlichsten Stücke, und das in vier Sprachen. Freudig klingt die Hymne „Ein großer Klang“, das Mottolied des aktuellen Jahrs der Kirchenmusik: „Leib und Seele voll Gesang, Mensch und Gott ein großer Klang.“ Beseelt und warm das irische Abschiedslied „An Irish Blessing“. Munter beschwingt die Vokalpopnummer „Lollipop“, bei der die 30 Köpfe zählende Kurrende durch die schon etwas reiferen Stimmen der Jugendkantorei verstärkt wird.
Diese Jugendlichen meistern unter Roß’ Anleitung schon recht anspruchsvolle Chorliteratur. John Dowlands „Come Again, Sweet Love“ singen sie ebenso intonations- und temposicher wie ausdrucksvoll. Mehrstimmiger Satzgesang, trickreiche Kanon-Passagen – alles so gut eingeübt, dass es wie aus einem Guss klingt. Später kommt noch schwedisches und französisches Liedgut dazu – Respekt.
Roß gibt dazu einige Stücke auf der neuen Truhenorgel, die fortan bei Konzerten und Gottesdiensten zum Einsatz kommen soll. Erstaunlich, wie brillant ein so kompaktes Instrument in den hohen Registern, wie satt es in den tiefen klingen kann. Eine Klangfülle, auf die sich die Kirchgänger freuen können.
 
(Darmstädter Echo, two, 30. April 2012)